Von Jonathan Linker

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Facebook auf dem Smartphone
Ausgelagerter Energiehunger: Beim Smartphone kann jeder selbst entscheiden, mit welchem Strom er sein Gerät lädt. Doch die nötige Energie für den Betrieb von Webdiensten wie Facebook fällt auch andernorts an, wo hauptsächlich noch Kohlestrom verbraucht wird…
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(Foto: Ministerio TIC Colombia / Flickr.com / CC BY 2.0)
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Facebook Rechenzentrum
…wie hier im us-amerikanischen Prineville zum Beispiel. Hier im Bundesstaat Oregon steht eines der beiden Rechenzentren, mit denen Facebook all das verarbeitet, was wir tagtäglich ins Handy tippen. Und das kostet eine Menge Strom: 509 Millionen Kilowattstunden verbrauchte Facebooks Serverpark im Jahr 2011. Google brauchte für seine Suchmaschine gar 2,26 Milliarden Kilowattstunden Strom. Zur Einordnung: Die 150.000 Einwohner Darmstadts haben 2012 ca. 300 Millionen Kilowattstunden verbraucht.
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(Foto: Tom Raftery / Flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0)
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Kühlmittelverteilung in einem Rechenzentrum
Kühlmittelverteilung in einem Rechenzentrum: Green-IT, also die Effizienzsteigerung von Informationstechnologie, ist in der Branche nichts Neues, 2009 gaben trotzdem noch 85 Prozent der Green-IT Verantwortlichen in einer Umfrage unter 101 Unternehmen an, den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren nicht zu kennen. Zu welchem Ergebnis käme diese Umfrage heute? Durch die Zunahme von Cloud- und Streamingdiensten wird der Energiebedarf in Zukunft weiter ansteigen und das Thema Effizienz in der IT damit noch wichtiger werden.
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(Foto: NeoSpire / neospire.net / CC BY 2.0)
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Programmierer in Buenos Aires
Programmierer, hier bei einem Treffen in Buenos Aires, haben auf den Stromverbrauch ihrer Anwendungen großen Einfluss. Nachdem Hardwarehersteller wie Intel durch Effizienzsteigerungen der Technik die Nutzung mobiler Geräte erst im uns bekannten Maß ermöglicht haben, gilt es jetzt die Software weiter zu verbessern, um Energie zu sparen. Auf Effizienz optimierte Programmierung belegt weniger Rechenkapazitäten und spart dadurch Strom. Wie groß sind die Potenziale auch kleinster Softwareoptimierung, etwa bei alltäglichen Anwendungen wie den Facebook Apps, die millionenfach ausgeführt werden?
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(Foto: Beatrice Murch / Flickr.com / CC BY 2.0)
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Enercon E-40 Windrad
Schwieriges Maß: Um die Leistung von Windrädern einzuordnen, werden gerne Vergleiche gezogen: Eine Enercon E-40 (Foto) liefert Strom für 500 Haushalte. Nimmt man aber an, dass die meisten Haushalte ohne weiteres kurzfristig die Hälfte ihres Stromverbrauchs durch energieeffizientere Verbraucher einsparen könnten, liefert die gleiche Anlage Strom für 1000 Haushalte. Effizienzsteigerung ist für die Energiewende also genau so wichtig wie der Ausbau erneuerbarer Energien selbst.
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(Foto: Jonathan Linker)
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Arbeiten am Hochofen
Ähnliches Potenzial gibt es in der Industrie. Wie hier bei der Eisenschmelzung wird enorm viel Strom benötigt, es lässt sich aber auch viel sparen: Die Unternehmensberatung Roland Berger hat 2011 in der Studie „Effizienzsteigerung in stromintensiven Industrien“ ausgerechnet, dass die metallerzeugende Industrie ihre Stromkosten bis 2050 um 40 Prozent reduzieren könnte, Investitionen von fünf Milliarden Euro in energieeffizientere Technik stünden demnach Einsparungen von 20 Milliarden Euro beim Energiebezug gegenüber.
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(Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F079044-0020 / CC-BY-SA)
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Windkraftanlagen am VW-Standort Emden
Auch stellt sich die Frage, wie viel Energie an Industriestandorten vor Ort erzeugt werden kann und was das die Unternehmen im gleichen Zeitrahmen kosten würde. Volkswagen zum Beispiel baut derzeit seinen Standort Emden zur „Blue Factory“ um. Das Ziel: CO2-neutrale Produktion. Was nützt das dem Automobilkonzern; und geht das auch in anderen Fabriken? Eine Antwort auf diese Fragen wäre nicht nur hilfreich für die Bewertung zunehmender EEG-Industrierabatte, es könnte auch den Kampf um den Wirtschaftsstandort Deutschland befrieden: Wenn künftig mehr Unternehmen ihren Strom günstiger selbst herstellen könnten, stünde die Debatte um die Stromkosten im Rahmen der Energiewende Kopf.
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(Foto: Volkswagen Aktiengesellschaft)
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Stromtrasse in Hessen
Und wie teuer sind erneuerbare Energien überhaupt? Im März hat die Internationale Energieagentur (IEA) den Bericht „The Power of Transformation“ vorgelegt, darin berechnet die wichtigste internationale Organisation in Energiefragen die Kosten eines Strommarktszenarios, bei dem Wind und Sonne 45 Prozent der Gesamtstrommenge erzeugen. Die IEA kommt bei ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass ein solches System mittelfristig nicht teurer wäre als das alte. Das Thema Stromkosten ist mittlerweile also nicht mehr das wichtigste: die Vergütungen für erneuerbare Energien sind stark gesunken, der Börsenpreis für grünen Strom gilt als konkurrenzfähig. Wichtiger wird in Zukunft die Frage danach sein, wie der Umbau der Energieversorgung konkret gestaltet wird. Und da ist noch vieles im Fluss…
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(Foto: Jonathan Linker)
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Maisernte
…Denn wie hier am Beispiel der Maisernte entfachen sich immer wieder kontroverse Debatten. Auf dem Acker ist die Frage: Kommt der Mais auf den Teller oder lässt man ihn in Biogasanlagen vergären? Der massenhafte Anbau von sogenanntem Energiemais in Deutschland jedenfalls steht in der Kritik, Minister Gabriel wollte die Förderung von Biogas unter Nutzung von Mais zuletzt zusammenstreichen. Der Gegenwind einiger Bundesländer wie Bayern und Thüringen hat das vorerst verhindert; für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien wäre der Verzicht auf Biomasse wie Mais aus heutiger Perspektive auch problematisch…
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(Foto: Roman Gridin / Claas / CC BY-SA 3.0)
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Illustration des Fraunhofer Kombikraftwerks
…Weil Vollversorgung mittels erneuerbarer Energien ist schwieriger ohne Biomasse: Die Grafik zeigt den Mix verschiedener regenerativer Energien in einem Smart Grid beim Forschungsprojekt Kombikraftwerk des Fraunhofer IWES in Kassel. In der Illustration ist das Mischverhältnis jeweils vorhandener erneuerbarer Energien zur Deckung des Stromverbrauchs innerhalb einer Woche abgebildet. „Stromerzeugung aus Bioenergie gleicht Schwankungen der Solar- und Windstromproduktion aus“, ist dort notiert. Was bedeutet es also für das Gelingen der Energiewende, würde Mais als wichtiger Rohstoff für Biogas künftig nicht mehr finanziell gefördert?
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(Grafik: Agentur für Erneuerbare Energien)
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Demonstration für erneuerbare Energien
Die Energiewende ist ein Projekt, das viele wirtschaftliche wie auch soziale Fragen aufwirft. Die Abkehr von konventionellen Energien stellt Deutschland vor eine Vielzahl alltäglicher Herausforderungen und viele Menschen wünschen sich dafür mehr Orientierung. Viele grundlegende Fragen können von Journalisten noch bearbeitet werden und die gegebenen Zeithorizonte bieten Raum für visionäre Ideen. Für einen Journalismus in der Krise ist das eine große Chance.
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(Foto: Benjamin Krüger / Flickr.com / CC BY-SA 2.0)
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Waldrodung in Australien
Denn das ist wahrscheinlich nicht die Zukunft: Seltene Eukalyptusarten weichen im australischen Tarrawonga (New South Wales) der Expansion des größten australischen Kohletagebaus. Die zuständige Forstbehörde hat diese Fotos im Februar 2014 online gestellt und beklagt, dass das Unternehmen Whitehaven Coal die Rechte zum Tagebau auf geschätzten 5000 Hektar Land erhalten hat, obwohl der dortige Leard State Forest den wichtigsten Bestand der geschützten Eukalyptusbäume beherbergt. Für die Förderung immer schwerer zu erreichender Kohle, Öl und Gasvorkommen werden immer mehr Umweltrisiken in Kauf genommen, solche Rodungen sind, wie auch in Deutschland beim Braunkohletagebau Garzweiler II, kein Einzelfall.
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(Foto: Leard State Forest / Flickr.com / CC BY 2.0)
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Auch kein Einzelfall: In Fukushima räumen sogenannte Freiwillige nach der Reaktorkatastrophe auf, hier wird ein Dach in Minamisoma in der Nähe des Kraftwerks abgedeckt. Berge kontaminierten Mülls in der verlorenen Heimat sind das emotionale Thema der Katastrophe von 2011, der Rückbau der havarierten Reaktoren das ökonomische Problem: 150 Milliarden werden die Entsorgungsarbeiten allein am Reaktor kosten, schätzt die FAZ.  Die WDR Wirtschaftsredaktion hat die Kosten aller AKW-Unfälle, gescheiterter Endlagerprojekte, Kosten ungenutzter Anlagen und Schäden durch Uran-Abbaubetriebe addiert und präsentierte die Zahl von 1,018 Billionen Dollar für den volkswirtschaftlichen Schaden der zivilen Nutzung der Kernenergie bis heute in dem Beitrag „Das Billionen-Dollar-Desaster“. (Foto: Hajime Nakano / Flickr.com / CC BY 2.0)
Auch kein Einzelfall: In Fukushima räumen sogenannte Freiwillige nach der Reaktorkatastrophe auf, hier wird ein Dach in Minamisoma in der Nähe des Kraftwerks abgedeckt. Berge kontaminierten Mülls in der verlorenen Heimat sind das emotionale Thema der Katastrophe von 2011, der Rückbau der havarierten Reaktoren das ökonomische Problem: 150 Milliarden Euro werden die Entsorgungsarbeiten allein am Reaktor kosten, schätzt die FAZ. Die WDR Wirtschaftsredaktion hat die Kosten aller AKW-Unfälle, gescheiterter Endlagerprojekte, Kosten ungenutzter Anlagen und Schäden durch Uran-Abbaubetriebe addiert und präsentierte die Zahl von 1,018 Billionen Dollar für den volkswirtschaftlichen Schaden der zivilen Nutzung der Kernenergie bis heute.
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(Foto: Hajime Nakano / Flickr.com / CC BY 2.0)
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Fusionsreaktoren als Alternative? Noch wissen Forscher nicht, ob man mit Fusionsreaktoren jemals unter wirtschaftlichen Aspekten Strom erzeugen können wird, auch der Betrieb der Anlagen in entsprechender Größe gilt als technisch noch nicht absehbar, hinzu kommen politische Fragestellungen: Auch bei der Kernfusion fällt radioaktiver Müll an, wenngleich die Halbwertszeiten des Abfalls weit geringer sind als bei der Kernenergie. (Foto: Tino Schulz, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik)
Fusionsreaktoren als Alternative? Noch wissen Forscher nicht, ob man mit Fusionsreaktoren jemals unter wirtschaftlichen Aspekten Strom erzeugen können wird, auch der Betrieb der Anlagen in entsprechender Größe gilt als technisch noch nicht absehbar, hinzu kommen politische Fragestellungen: Auch bei der Kernfusion fällt radioaktiver Müll an, wenngleich die Halbwertszeiten des Abfalls weit geringer sind als bei der Atomkraft.
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(Foto: Tino Schulz, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik)
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Kugelspeicher für Erdgas
Naheliegender? Wie schnell sind neue Speichertechnologien verfügbar? Das wollen gerade auch Kritiker der Energiewende wissen und verweisen auf die Volatilität erneuerbarer Energien. Das Power-to-Gas-Verfahren zum Beispiel hat schon in den ersten Versuchsanlagen mit rund 50 Prozent Wirkungsgrad für die Wandlung von Strom in Gas und zurück zu Strom höhere Wirkungsgrade als der über Jahrzehnte optimierte Otto-Motor. Wie viel geht da also noch bei Power-to-Gas? Mit dem Verfahren kann durch Methanisierung von Wind- oder Sonnenstrom überschüssige Energie in speicherbares Erdgas gewandelt werden. Die Infrastruktur ist in Form des gut ausgebauten Erdgasnetzes bereits vorhanden und hat so große Kapazitäten, dass alle anderen Speichertechnologien überflüssig werden könnten. Was behindert den sofortigen Einsatz der Technologie?
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(Foto: Stadtwerke Bamberg / SG2210 / Wikipedia / CC BY-SA 3.0)
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Positive und negative Rekorde erneuerbarer Energien
Zwei Rekorde, die von verschiedenen Lagern sehr unterschiedlich gedeutet werden: Erneuerbare Energien lieferten am 18. April 2013 mehr als 50 Prozent, später im Juni dann sogar über 60 Prozent der Gesamtproduktion von Strom in Deutschland. Der andere Rekord ist ein Negativrekord (Bilder wechseln alle fünf Sekunden): Am 13. März 2014 erreichte die Windkraft in Deutschland zeitweise kaum 0,11 Prozent ihrer Maximalleistung. Letztlich sagen solche Extremereignisse aber wenig über die Umsetzung der Energiewende aus. Zwischen den Extremen gibt es viele wichtige Fragen, die Auswahl der Themen in dieser Bilderstrecke sind da auch nur ein aktueller Ausschnitt, der schnell wieder überholt sein kann. Denn die Energiewende ist in vollem Gang und muss immer neu bewertet werden.

(Grafiken: IWR.de / Rolf Schuster, www.eike-klima-energie.eu)

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