(Quelle: flickr.com/Keith Williamson/CC BY 2.0)

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Solutions Journalism (Lösungsjournalismus) ist seit einiger Zeit ein Trend im Journalismus. Die Verheißung: Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Der zukunftsoptimistische Ansatz will mit Kreativität vom vermeintlichen Fatalismus gängiger Berichterstattung ablenken und den Menschen Perspektiven bieten. Kathrin Hartmann hat eine Kritik an der Bewegung in Message formuliert, die man auch als solche verstehen muss, denn „The Whole Story“, gleichzeitig Leitsatz des Solutions Journalism Networks, kann und will sie selbst wohl auch garnicht liefern.

Die Autorin kritischer Bücher wie Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt schreibt: „Gesellschaftliche Änderungen sind nie durch »Lösungen« zustande gekommen, sondern durch Aufklärung, Diskurs, Protest und Widerstand. Durch Kritik und Kontrolle können Journalisten zu diesen Prozessen beitragen, die wiederum zu strukturellen Änderungen führen können.“ Sie geißelt an Beispielen den Einfluss vermeintlichen sozialen Unternehmertums als „Privatisierung mit sozialem Anstrich“. Lösungsorientierter Journalismus neige dazu, Lösungen unreflektiert wiederzugeben. „Die Grenzen zur PR sind dabei fließend“.

Das Ansinnen des Solutions Journalism Network („How to find a positive deviant (and why you should)“) kritisiert Hartmann als Antijournalismus und schreibt weiter: „In Zeiten, in denen immer mehr Konzerne ihr Kerngeschäft hinter einem grünen und sozialen Deckmäntelchen zu verbergen suchen, müssen »Lösungen« sogar noch kritischer hinterfragt werden.“

Zu ihrem Message-Beitrag Erlösungsjournalismus – Solution Journalism gibt vor, den Blick auf die Welt und ihre Probleme zu erweitern. Tatsächlich schränkt er ihn ein und klärt kaum über politische Ursachen auf. Eine Kritik.

Weitere Informationen zu Solutions Journalism, der Kritik daran und kritischer Reflektion technischer Entwicklungen im Allgemeinen:

 

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