„Gender under Construction“ ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Hochschule Darmstadt. Die Veranstaltungsreihe dient der Vorstellung und Diskussion aktueller Projekte zu Gender- und Gleichstellungsfragen. Den sechsten und letzten Vortrag hielt in diesem Jahr Sonja Theile-Ochel.

Frau Theile-Ochel während ihres Vortrags an der hda. (Bild: Leni Hohm)

Sonja Theile-Ochel war 18 Jahre lang PR-Redakteurin der RTL Pressestelle. Mittlerweile ist sie Social Media- und PR-Beraterin und gründete die Kommunikationsagentur „Rheinda“. Außerdem engagiert sie sich bei „Digital Media Women“ in Köln. Der Verein setzt sich dafür ein, die Sichtbarkeit von Frauen mit Hilfe der Digitalisierung zu erhöhen.

 

„Wir wollen in einer Welt leben, in der Vielfalt herrscht. Wir wollen in einer Welt arbeiten, in der Frauen gleichberechtigt sind und sichtbar Einfluss nehmen. Wir sehen im digitalen Wandel die größte Chance, diese Vision zu verwirklichen.“

 

Theile-Ochel erklärte im Vortrag, dass die Digitalisierung viele Chancen für Frauen biete. Es sei ihnen nun möglich, die eigene Sichtbarkeit – vor allem durch Social Media – zu erhöhen. Denn es ist einfacher, online Gleichgesinnte zu finden. Dort können sie sich auch gegenseitig stärken. Frauen können sich ein Netzwerk aufbauen, Wissen aneignen oder weitergeben. Zudem gibt es neue Arbeitsweisen wie etwa die Arbeit von zu Hause oder Hilfen über virtuelle Assistenten.

Doch Vorteile haben auch Nachteile, wie die Theile-Ochel berichtete. Die größere Sichtbarkeit führt beispielsweise auch schnell zu Hassreden und Angriffen im Netz. Und die unregulierte Heimarbeit kann auch negativ belasten; manchmal hat man dadurch nie so richtig Feierabend. Solche Freiberufler sind rund um die Uhr zu erreichen.

Einerseits schafft man es durch das Internet aus der Region in die Welt, erhöht seine Reichweite. Doch somit hat man auch Konkurrenz auf der ganzen Welt, wie die Expertin bemerkte.

Herausforderungen für Frauen in der digitalen Welt stellten sich vor allem durch Algorithmen und „Künstliche Intelligenz“, sagte Theile-Ochel. Zudem seien die Leistungs- und Vergleichsmöglichkeiten durch die Digitalisierung deutlich stärker geworden – und damit der Wettbewerb untereinander, privat und beruflich.

Für Frauen heißt es, die Chancen richtig zu nutzen. Und die Männer? Diese sollen nicht ausgeschlossen werden. Sie müssen Teil der Lösungen sein, so Theile-Ochel während ihres Vortrags. Für uns Journalismus-Studenten hat sich allerdings nicht ganz heraus kristallisiert, warum die Digitalisierung nur für Frauen so viele Chancen bereitstellt.

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