Im Rahmen des Praxisprojektes Grüner-Journalismus finden verschiedene Forschungen statt, deren Ergebnisse komprimiert auf dem Portal sowie, wenn sinnvoll, in Fachpublikationen der Journalistik eingebracht werden. Zum einen gibt es thematisch angebundene Bachelorarbeiten  in den journalistischen Studiengängen der Hochschule Darmstadt. Dazu kommen größere Studienprojekte sowie Masterarbeiten im Rahmen des Masters „Medienentwicklung“ der Hochschule Darmstadt. Eine Liste der relevanten Abschlussarbeiten findet sich hier.

Es liefen bereits BA-Projekte zu Themen wie Medien und nachhaltige Mode, Vegetarismus in der Presse, Berichterstattung über Bio-Landwirtschaft, kurzen Erzählformen in Umweltmagazinen, kindergerechte TV-Formaten zu Themen der erneuerbaren Energien oder die mediale Darstellung von Fledermäusen, Elchen sowie des Postwachstumsthemas samt Blog dazu . Praktikantin Lena Kasper evaluiert in ihrer Masterarbeit gar das gesamte Projekt. Hinzu kommen eigenständige größere wissenschaftliche Projekte des Teams; derzeit vor allem das Forschungsprojekt „Neues Erzählen: Klimageschichten“ zu Klimawandel und Storytelling im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Journalistische Ökologie“ (siehe unten).

Bildschirmfoto 2016-05-01 um 21.39.40

Diese eigenen Projekte sind Teil der umfangreichen Aktivitäten der Hochschule Darmstadt im Themenfeld Nachhaltigkeit, zu denen ein vielgliedriger Lehrschwerpunkt Nachhaltigkeit in den Sozial- und Kulturwissenschaften ebenso gehört wie einzelne Studienangebote, so z.B. der Studiengang nachhaltige Siedlungsplanung, das Modul Umwelt- und Nachhaltigkeitspsychologie in der neuen Wirtschaftspsychologie oder der Master „Risk Assessment and Sustainability Management. Daneben publizieren die Projektmitglieder von Grüner-Journalismus Einzelartikel in Fachmedien zu praktischeren Fragen des grünen Journalismus.

A. Forschungsschwerpunkt Journalistische Ökologie

Die Fachdiskussion im Rahmen des Projekts Grüner-Journalismus.de gab Anstoß für den Aufbau eines anwendungsorientierten Forschungsschwerpunktes Journalistische Ökologie an der Hochschule Darmstadt. Ziele sind eine theoriegeleitete Bestandaufnahme von journalistischen Vermittlungsansätzen zu ökologischen Themen, Perspektiven ihrer professionellen Weiterentwicklung und Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die journalistische Praxis.

Inhaltlich steht der Titel Journalistische Ökologie nicht nur für die Forschungsperspektive journalistischer Vermittlungsansätze, sondern auch für ein journalistisches Fachverständnis der zentralen ökologischen Themenfelder im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung (Grundwissen, Recherchekompetenz und kontroverse Wertmaßstäbe – z.B. zu Klimawandel, Postwachstum oder Work-Life-Balance). Die Fokussierung auf Journalismus ermöglicht eine fachliche Abgrenzung zu anderen Formen der Öffentlichkeit zu ökologischen Themen (z.B. durch PR, Marketing oder User/Peer Groups) und die Untersuchung spezifischer Anforderungen und Wechselbeziehungen zwischen journalistischer Publizistik und Öffentlichkeit in ausdifferenzierten demokratischen Gesellschaften. Journalistische Ökologie als Themenfeld bietet aber auch Forschungsperspektiven zu der Frage, welchen ökologischen Kriterien Medienkommunikation selbst unterliegen könnte – im Sinne einer Fachdiskussion zu Kommunikationsökologie, die als Begriff neu geschärft und wieder vestsärkt in Fachdiskurs eingebracht werden soll.

Die Rahmenbedingungen erfordern ein pragmatisches und schrittweises Vorgehen. Einzelne Bausteine entstehen durch Forschungsansätze einzelner Professoren (Forschungssemester oder Deputatsreduzierungen), andere in kleinen Drittmittelprojekten (wie z.B. für Grüner.Journalismus.de finanziert durch die Stiftung für Verantwortung) und mit Unterstützung von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden. Das nachfolgend skizzierte Programm lässt sich nur umsetzen, wenn diese Mindestbedingungen erfüllt sind. Andererseits bietet das Forschungsprogramm auch Perspektiven für die Beantragung größerer Drittmittelprojekte. Der Forschungsschwerpunkt ist offen für die Kooperation mit externen Forschern und Institutionen. Ansätze für einen möglichen Forschungsverbund ergeben sich vor allem aus dem Projekt Grüner.Journalismus.de. Themenfelder und Projekte im Forschungsschwerpunkt „Journalistische Ökologie“ sind derzeit:

B. Grüner-Journalismus: Forschungsanbahnung (Netzwerk, Expertenwissen), 2013-2015

Bestandsaufnahme und laufende Recherchen zum Thema: Wissenschaftliche Grundlagen, journalistische Vermittlungsansätze, Grundwissen und Recherchekompetenz in ausgewählten Themenfeldern – Fokus: Kommunikatorforschung mit Sekundäranalysen, Expertenaustausch (Wissenschaft und Praxis) und erster Transfer im Rahmen von Grüner.Journalismus.de seit 2014. Es kam in diesem Rahmen neben einem Forschungssemester (Peter Seeger 2012) zu vielen Experteninterviews, Gastbeiträgen, Beiratssitzungen, journalistischen Wettbewerben und Fachdebatten, die insgesamt ein großes Fundament für weitere Forschungsschritte bieten.

C. Forschungprojekt „Klimageschichten“, 2015-2018

Leitung: Prof. Dr. Torsten Schäfer

„Klimageschichten“ ist am Institut für Kommunikation und Medien (ikum) der Hochschule Darmstadt angesiedelt. Das Projekt stützt sich in seiner internationalen Ausrichtung auf den Ansatz der „journalistischen Kulturen“, da es in Fallstudien die klimajournalistischen Kulturen Deutschlands, Vietnams, Norwegens sowie den journalistischen Umgang der indigenen skandinavischen Sámi mit dem Metathema analysiert. Zur Projektseite geht es hier weiter.

D. Vertiefung: Theoriebausteine und Fallstudien, ab 2016

Hier werden kürzlich abgeschlossene Forschungen und vor allem mögliche ausstehende Schritte skizziert, die Teilaspekte des noch näher zu bestimmenden Konstruktes „Journalistische Ökologie“ umfassen. Daher kann diese Liste auch sehr gut als Anregung für Abschlussarbeiten dienen; derzeit laufen bereits Abschlussarbeiten zu diesbezüglich relevanten Themen wie etwa „Lösungsjournalismus“.

  • Zeit- und Wertemuster in der Produktion und Nutzung journalistischer Medien. Slow Media als mögliches Leitbild. (Peter Seeger, 10/2015 – 4/2016)
  • Zusammenfassung eines Praxistheorieentwurfes „Journalistische Ökologie“ als Bestimmungsfeld für qualitätsjournalistisches Handeln
  • Eine Serie von fünf bis acht Leitfadeninterviews mit Literarischen Journalisten wäre zu planen, die etwa bei ZEIT, GEO, Süddeutscher Zeitung oder der taz arbeiten. Sie benutzen bereits avancierte, neue Erzähflormen und können damit auch in Krisenzeiten Erfolg schaffen, so zumindest ein Ergebnis der Dissertation von Tobias Eberwein. Wie ist hie die mögliche Verbindung zu grünen Themen? Dies wäre ebenfalls die Frage neben den großen Blöcken zu Storytelling allgemein sowie dem Forschen nach dem Rollenverständnis und der Haltung dieser Kollegen. Auch hier gibt es bereits Kontakt zu mehreren Kollegen
  • Neue Erzählformen im Magazinjournalismus – ein Überblick ausgehend vom Feld der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Hierzu liegen erste Ansätze vor.
  • Vorbild USA? Umweltjournalistischen Strukturen in den Vereinigten Staaten
  • Datenjournalismus und Energiewende – Realisierung eines Online-Portals
  • Wie grün sind wir? Eine Analyse der Rollenselbstbilder von Umwelt- und Wissenschaftsjournalisten (Interviews, Fragebogen)
  • Alles umsonst? Analyse und Konzeption: Finanzierungsmodelle für wissenschaftsjournalistische Aus- und Weiterbildungsprojekte.
  • Skandinavien: Bestandsaufnahme der staatlichen Systeme zur Pressförderung und Erhalt der Vielfalt mit der Frage der Übertragbarkeit auf Deutschland.
  • Indigener Journalismus, Skandinavien: Situationsbeschreibung des Journalismus der indigenen Sámi.
  • Literarischer Journalismus: Wie lässt sich das Literaturgenre nature writing für den Journalismus handhabbar machen.
  • Reformen: Welche Auswirkungen haben journalistische Rechercheportale wie Mediendienst Integration, Klimafakten.de oder Grüner-Journalismus auf die Berufspraxis?