Kommentar: Es geht nicht um Glyphosat, es geht um eine andere Landwirtschaft

Mit Kampagnen wehren sich die Umweltverbände, hier der Nabu, gegen Glyphosat. Doch worum geht es eigentlich? (Bild: Nabu)

Von Lisa Brockschmidt

Neben der „krebserregend oder nicht?“-Debatte, gilt Glyphosat vorallem als umweltschädlich. Warum wird es dann nicht verboten? Das Pestizid ist das Sinnbild eines Grundsatzproblems. Denn in der heutigen Landwirtschaft landen neben Glyphosat noch viel mehr Pflanzenschutzmittel, Insektizide und seltsame Substanzen auf den Feldern.

Ein Verbot würde dieses Problem vermutlich nicht lösen, sondern nur verlagern. Möglicherweise entstünden Mischungen die weniger erforscht und dafür umso gifitger wären. Die Debatte sollte sich nicht um einzelne Zulassungen drehen, sondern um das eigentliche Chemieproblem der Landwirtschaft von heute (und morgen) – die Monokulturen und das Artensterben zum Beispiel.

Auch wenn wir Insekten meistens als lästig empfinden, so hat jeder sogenannte Schädling seinen Platz im Symbiose-Netzwerk der Natur. Mit Insektiziden greift der Mensch in eben dieses Gleichgewicht ein. Auch das Artensterben wird dadurch gefördert und nicht gehemmt.

Mit dem Entstehen von Monokulturen nimmt das Unheil seinen Lauf: Die Nährstoffe der Erde werden aufgebraucht, was auf Dauer weniger Erträge für Bauern bedeutet. Auch die Vielfalt der Pflanzenarten nimmt ab – Pflanzensterben, Artensterben, Menschensterben?  „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, sagte einst Albert Einstein. Und die Bienen sterben schon.

Die gesamte Debatte sollte sich also nicht zu sehr auf ein Für und Wider zu Glyphosat konzentrieren. Sie sollte vielmehr, ganz grundlegend und weiter gefasst, die Alternative zwischen ökologischer Landwirtschaft mit Artenvielfalt und Monokulturen mit Artensterben im Blick haben.

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