Tannen in der Winterlandschaft

Er ist ein Baum. Seine Äste gehen nahezu gleichmäßig von ihm ab und wenn man ihn wie ein Vogel von oben betrachten würde, sehe er sicherlich so aus wie Stern mit zu vielen Zacken. Von meiner Perspektive sieht er aus, wie eine Pyramide, die spitz zu läuft. Sein Stamm ist mit hellgrünen Flechten überdeckt, die aussehen, wie die Hautoberfläche eines Drachen. Auch seine etlichen Nadeln sind grün. Sie tragen die Farbe von gekochtem Spinat, nur etwas matter. Obwohl sich ganz weich sind, pieken sie doch, wenn man versucht, über einen der Äste zu streichen. Eine farbliche Ausnahme bildet nur die Baumkrone. Sie scheint etwas mitgenommen zu sein, denn ihre Nadeln gleichen eher kupfernen Nägeln. An einem kleinen Ast hat sich etwas aus Plastik verfangen. Es könnte einmal eine durchsichtige Verpackung gewesen sein. Nun glitzert sie immer dann, wenn sich die Sonne durch die Wolkendecke schiebt, so, dass man denken könnte, die Tanne würde in Flammen stehen. Der Braunton der Nadeln unterstützt dieses Bild noch. Während dieses Stück Plastik also im Wind weht, steht er ganz standhaft an seinem Fleckchen und rührt sich nicht ein Stück, beugt sich nicht. Schwer legt sich Schicht auf Schicht an Schnee auf ihn. Nebenan wächst eine kleinere, aber immer noch mannshohe Tanne. So ist er wenigstens nicht alleine. Sie werden gemeinsam noch einige Zeit hier stehen und das Bild einer Winterlandschaft zeigen.

Ein Beitrag von Alina Schmidt

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