Eine Sauna für die Bienen

Wärme statt Gift: Durch Schwitzen sollen Bienen die gefährliche Varroamilbe loswerden (Quelle: Maja Dumat/ CC BY 2.0)
Wärme statt Gift: Durch Schwitzen sollen Bienen die gefährliche Varroamilbe loswerden (Quelle: Maja Dumat/ CC BY 2.0)

Von Alicia Metz

Bienen sind faszinierende Insekten und ihre Arbeit ist für Mensch und Tier unentbehrlich. Pflanzen brauchen Bestäuber, um sich vermehren zu können und Bienen verbreiten die Pflanzenpollen. Die Biene wiederum braucht den Nektar der Pflanzen zum Leben – Ein perfektes Miteinander.

Warum die ist Biene so wichtig für uns ist

Zwar ist die Honigbiene nicht das einzige Insekt, das Pflanzen bestäubt – auch Hummeln, Wildbienen und Wespen tun das – aber sie ist das wichtigste. Hierzulande brauchen 75% der Blütenpflanzen Bestäubung. Ohne Bienen würde es die meisten Obst- und Gemüsesorten schon bald nicht mehr geben.

Viele dieser Früchte sind Nahrung für andere Tiere, die wiederum eine wichtige Rolle für unsere Ernährung spielen. Die Gesundheit der Bienen steht damit im direkten Zusammenhang mit dem Zustand unserer Umwelt. Gute Ernten und eine Vielfalt von Arten sind von Bienen abhängig – deshalb sind diese Tiere so wichtig für uns.

Bienensterben – Wer oder was bedroht die Biene?

Seit einigen Jahren kommt es immer wieder zu massenhaftem Bienensterben – Imker verlieren einen großen Teil ihrer Völker. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Gentechnisch veränderte Pflanzen und gefährliche Pestizide, die in der Landwirtschaft verwendet werden, machen die Völker krank.

Doch der Hauptverursacher des Sterbens ist die Varroamilbe, die weltweit Bienenvölker befällt. Ohne Gegenmaßnahmen stirbt ein ganzes Volk innerhalb eines Jahres. Die nur einen Millimeter große Milbe vermehrt sich im Bienenstock, befällt die Bienen und deren Brut und saugt ihnen das Blut aus. Noch dazu verbreitet sie sich ganz leicht auf benachbarte Bienenvölker.

Und was kann man dagegen unternehmen?

Die Varroose, wie der Milbenbefall der Bienen auch genannt wird, wurde bisher hauptsächlich mit Ameisensäure und Giften behandelt. Das hat zwar die Milbe getötet, aber auch die Bienen geschwächt. So ähnlich, wie eine Chemotherapie beim Menschen. Noch dazu bleiben durch diese Behandlungsmethode schädliche Rückstände im Honig, die von uns dann mitgegessen werden.

Aber es gibt eine Alternative: Die Bienen-Sauna. Wärme ist eine alte Behandlungsmethode und die Idee, die Milben auf diese Weise zu töten, gibt es schon seit ca. 30 Jahren. Doch bisher gab es dafür kein praktikables Gerät. Dipl.-Ing. Richard Rossa ist Ingenieur für Regelungs- und Verfahrenstechnik und Imker. Nachdem ihm das erste Bienenvolk durch Säurebehandlung eingegangen war, suchte er nach Alternativen und entwickelte nach erfolgloser Suche selbst ein Gerät: Die Bienen-Sauna.

Während Menschen zur Entspannung in die Sauna gehen, kann die Biene durch Hyperthermie die Milbe loswerden. Das ist möglich, weil die Milben empfindlich auf Wärme reagieren. Ab einer Temperatur über 39°C verändern sich die Eiweiße in ihrem Körper, sodass sie irreversible Schäden erleiden. Die Bienen dagegen können Temperaturen bis 45°C vertragen. Die Biene „schwitzt“ sich also gesund, während die wärmeempfindliche Varroamilbe stirbt. Das Ergebnis: gesunde, vitale Bienenvölker und gesundes Obst und Gemüse für uns Menschen.

Die Bienen-Sauna sammelt gerade Geld, um eine erste Kleinserie produzieren zu können. Auf Indiegogo und Ecocrowd kann das Crowdfunding unterstützt werden.

Share on:

Related Posts

Auf historischen Pfaden: Eine Wanderung durch den Spessart 

Meine Erwartungen sind groß, als ich mich aufmache, um den Kurfürstenweg abzuwandern. Durch verwachsene Graspfade, an denen hohe Sträucher meine Nase kitzeln, führt mein Weg zum ersten Halt der Route: der Grabstätte von Cancrin. Ungefähr einen Kilometer vom Startpunkt entfernt beschreibt eine Infotafel, was ich vor mir sehe. Eine regionale Erfolgsgeschichte, eine Familie, die sich durch die Bergarbeit „den gesellschaftlichen Aufstieg erarbeitete“. Ihnen gehörte das Gut, von dem aus ich meine Reise begann. Die Grabstätte an sich ist eine halbkreisförmige Mauer, die etwas erhöht und mit einer zugewachsenen Steintreppe versehen am Ende einer Lichtung steht.

weiterlesen

Wer wacht am Rhein?

Die Sonne hängt bereits tief über der Landschaft, als ich die Treppen des Niederwalddenkmals erklimme. Obwohl sich gerade die letzten Sonnenstrahlen des Tages in den Baumkronen verfangen, haftet die Hitze der vergangenen Stunden noch an den steinernen Oberflächen. Fast alle der dreizehn im Halbkreis angeordneten Bänke sind besetzt. Nur die Bank ganz vorne in der Mitte, die mit der besten Aussicht, ist frei.

weiterlesen
Zum Inhalt springen