energieinseln
Zuguterletzt gibt es keinen Platz mehr für Zweifel: Die Insel ist mit sauberer Technologie vollgestopft. (Foto: Felix Austen / http://future.arte.tv/de/inselnderzukunft/inseln-der-zukunft-das-spiel)

Von Felix Austen

Do It Yourself, Learning By Doing, Gamification – drei Konzepte, eine Message: Wo man selber was machen kann, ist man bei der Sache und nimmt mehr mit. Das gilt natürlich auch für die Energiewende. Und obwohl mit der eigenen Solaranlage und dem eigenen Heimspeicher immer mehr Menschen tatsächlich an der Wende beteiligt sind, so ist das doch nur ein Ausschnitt aus dem großen Ganzen.

Um wirklich die gesamte Komplexität das Jahrhundertprojektes Energiewende nachempfinden zu können, hat ARTE mit dem kostenlosen Online-Spiel „Inseln der Zukunft“ jetzt einen kleinen Energiewende-Simulator veröffentlicht. In bester Anno-Aufbauspiel-Manier ist man Herr einer Insel, muss neue Erneuerbare Technologien entwickeln, in Effizienz investieren, Bildungsprojekte lancieren, dabei wirtschaftlich arbeiten – und vor allem seine Bürger zufriedenstellen.

Denn Bürgerzufriedenheit ist – im echten Leben wie im Spiel – entscheidend für Erfolg oder Misserfolg. Das kleine Spielchen ist ausgewogen in der Tiefe und motiviert mit Bevölkerungszuwachs und kleinen Zwischenbelohnungen über einige Stunden, an der „perfekten“ Energieinsel zu basteln. Zu jeder Technologie gibt es Infotexte und -videos – klar, Bildungsauftrag. Auch wenn technische Probleme wie Netzstabilität und Speicherproblematik eher eine Nebenrolle spielen, so widmet sich das Programm doch einem anderen wichtigen Problem der Energiewende: Zum Schluss fließt der grüne Strom zwar wie von alleine aus der Steckdose – Insel und Umgebung sind aber völlig zugepflastert mit Sonnenkollektoren, Windrädern und Wellenkraftwerken.

Das Spiel gehört zur Sendereihe „Ernstfall Klima“, die ARTE in dieser Woche aus Anlass des Klimagipfels in Paris sendet.

Share on:

Related Posts

Auf historischen Pfaden: Eine Wanderung durch den Spessart 

Meine Erwartungen sind groß, als ich mich aufmache, um den Kurfürstenweg abzuwandern. Durch verwachsene Graspfade, an denen hohe Sträucher meine Nase kitzeln, führt mein Weg zum ersten Halt der Route: der Grabstätte von Cancrin. Ungefähr einen Kilometer vom Startpunkt entfernt beschreibt eine Infotafel, was ich vor mir sehe. Eine regionale Erfolgsgeschichte, eine Familie, die sich durch die Bergarbeit „den gesellschaftlichen Aufstieg erarbeitete“. Ihnen gehörte das Gut, von dem aus ich meine Reise begann. Die Grabstätte an sich ist eine halbkreisförmige Mauer, die etwas erhöht und mit einer zugewachsenen Steintreppe versehen am Ende einer Lichtung steht.

weiterlesen

Wer wacht am Rhein?

Die Sonne hängt bereits tief über der Landschaft, als ich die Treppen des Niederwalddenkmals erklimme. Obwohl sich gerade die letzten Sonnenstrahlen des Tages in den Baumkronen verfangen, haftet die Hitze der vergangenen Stunden noch an den steinernen Oberflächen. Fast alle der dreizehn im Halbkreis angeordneten Bänke sind besetzt. Nur die Bank ganz vorne in der Mitte, die mit der besten Aussicht, ist frei.

weiterlesen
Zum Inhalt springen