Raus aus dem Gas? Was Studierende denken – Leonie Kraus (8)

Die deutsche Bundesregierung hat bereits einige wirtschaftliche Sanktionen gegen Wladimir Putin und russische Industrien verhängt und unterstützt die Ukraine im Kampf gegen Russland mit Waffenexporten. Ein Schritt, der allemal in die richtige Richtung geht. Aber ist das genug? Bundesaußenministerin Annalena Baerbock betonte, es werde alles daran gesetzt, dass die Sanktionen Putin und sein Land ruinieren würden. Doch es bleiben so viele Themen offen, bei denen Deutschland Russland weiterhin unterstützt und die Wirtschaft am Laufen hält. Ein Beispiel dafür ist der Import von russischem Gas.

Die deutsche Regierung hat wohl zu große Angst, dass ihre Bürger:innen bald in kalten Wohnungen und Häusern sitzen. Und auch das die großen Fabriken nicht mehr genügend mit Öl, Gas und Steinkohle versorgt werden. Doch genau dieses Energie-Embargo wäre das schärfste und wohl auch wichtigste Instrument im Kampf gegen Russland. Auch ein länger anhaltender Verzicht auf russisches Gas lässt sich durch eine Reihe von Maßnahmen ausgleichen. Einerseits könnte das private Autofahren in Großstädten an manchen Tagen verboten sein. Auch ein Tempolimit auf Autobahnen, Homeoffice an drei Tagen pro Woche, weniger Geschäftsreisen, keine Kurzstreckenflüge und mehr Anreize zum Kauf von Elektroautos wären Ideen, wie der Gas- und Ölverbrauch reduziert werden könnte.

Moral gegen Geld

Außerdem könnte ersatzweise Erdgas aus Norwegen geliefert werden – oder auch der Ausbau von erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Und da wir sowieso in naher Zukunft von Kohle, Öl und Erdgas wegkommen müssen, können wir bereits jetzt damit anfangen.

Ein weiterer Grund, warum Deutschland Putins Kriegsmaschinerie nicht weiter finanzieren sollte, ist der Verlust des internationalen Rufs und das Risiko seinen wirtschaftlichen Wohlstand zu verlieren. Deutschlands Image geht weltweit verloren – und wirtschaftliche Beziehungen zu anderen Ländern könnten in die Brüche gehen. Schon viel zu lange sind wir abhängig von Diktatoren weltweit. Viel zu lange haben wir moralische Aspekte ignoriert, um wirtschaftliche Einbußen zu vermeiden. Jetzt ist es an der Zeit, dem ein Ende zu setzen und sich frei von Zwängen zu machen.

Frieden gibt es nicht um sonst

Auch wenn viele Embargo-Gegner darauf hinweisen, dass bereits einige Sanktionen gegen Russland verhängt werden. Und sagen, dass weitere Sanktionen bald kommen würden, es reicht nicht. Denn bis zum geplanten Ende der Gaslieferungen im Jahre 2024 könnte die Ukraine bereits von der Landkarte verschwunden sein. Jetzt ist es wichtig, sofort und mit Verstand zu handeln. Die Haupteinnahmequellen um Russlands Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren sind Öl- und Gasexporte. Sie machen 30 und 40 Prozent des russischen Staatshaushalts aus. Im Jahre 2021 beliefen sich die Gasexporte auf 62 Milliarden Dollar. So unterstützen die Länder, die Öl und Gas aus Russland beziehen, den Krieg gegen die Ukraine.

Doch die westlichen Länder und vor allem Deutschland sind unentschlossen. Und haben zu viel Angst vor den Folgen eines Energie-Embargos. Das ist jedoch der falsche Weg, um den Frieden wieder herzustellen. Denn eins ist klar: Frieden gibt es nicht um sonst. Und wir alle müssen mit unserem Handeln dazu beitragen, dass die Menschen in der Ukraine und auch wir wieder zurück zu einem friedlichen Leben finden.

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