Was haben Egon Erwin Kisch, Michael Moore und Julian Assange gemeinsam? Ein aktueller Carta-Beitrag von Wolfgang Michal sieht sie als Repräsentanten eines aktivistischen Journalismus, der sich schon mit dem Aufkommen investigativer Recherchen vom neutralen Journalismus abgegrenzt habe.

Michal skizziert in seinem Blog die Personen und Hintergründe eines engagierten Journalismus, der aus Notwehrsituationen heraus Stellung beziehe und beklagt: Viele Journalisten seien neutral gegenüber Ungerechtigkeiten, ihnen fehle der Biss, sie gäben sich mit Oberflächlichkeiten zufrieden.

Die handelnden Akteure beschreibt der Autor und Carta-Mitherausgeber mit den für ihre Überzeugungen üblichen Argumentationslinien; im Spannungsverhältnis der gegensätzlichen Aussagen lässt er Raum für individuelle Lesart.

Und doch erscheint der Beitrag von Michal, der selbst zu Umbrüchen und Veränderungen schreibt, wohl nicht zufällig gerade jetzt, wo kontrovers über die Hanns Joachim Friedrichs-Doktrin gesprochen wird (ein Journalist nicht gemein macht mit einer Sache, sei es auch eine gute).

Er beschwört weder für noch wider des „Gespensts eines aktivistischen Journalismus“, schreibt aber schon in seinem ersten Satz: „Nein, eine eigene Meinung macht aus einem Journalisten noch keinen Aktivisten.“

Der ganze Beitrag kann im Mehrautorenblog Carta gelesen werden. Der Titel des Beitrags: Die Angst der deutschen Journalisten vor dem Aktivismus.

In diesem Kontext kann außerdem eine Diskussion zum Thema angesehen werden, die Carta anlässlich seines fünfjährigen Bestehens mit Juliane Leopold von Zeit Online, Franz Sommerfeld vom Presseverlag DuMont Schauberg, Wolfgang Michal selbst sowie als Moderatorin Vera Linß vom Deutschlandradio Kultur führte. Zu der Videoaufzeichnung geht es hier entlang.

Beitragsbild: Screenshot von carta.info

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