Von Torsten Schäfer

Cover der Zeitschrift Communication Socialis, Ausgabe 2/2022
Dieser Essay erschien auch in der aktuellen Ausgabe „Nachhaltigkeit“ von Communicatio Socialis.

Der Klimawandel hat im Journalismus eine neue Bedeutung erlangt. Damit ist die Profession Systemen wie Politik, Wirtschaft und vor allem Gesellschaft gefolgt. Einher damit geht eine stärkere Beachtung der Klimafrage in der Kommunikationswissenschaft. Hier sind erste Skizzen entstanden, die sich an den Nachhaltigkeitswissenschaft orientieren (vgl. Fischer 2020; Kannegießer 2020Seeger 2012). Durch Bezüge zu Konzepten des „Guten Lebens“ erhalten diese Gedankenstränge einen erfreulichen Grad an Normativität, der in der deutschen Kommunikationswissenschaft selten ist.[1] Den Bedarf erkannten jüngere Kolleg:innen und gründeten das Netzwerk für Kritische Kommunikationswissenschaft (Krikowi). Dies war mit der Diskussion des wegweisenden Aufsatzes von Bendell (2018) zur „Tiefen Anpassung“ auf einer ersten Konferenz ökologisch sofort aufnahmefähig. Das Krikowi steht in der Tradition der Kommunikationsökologie (vgl. Schicha 2000), die jedoch mit dem Aufkommen des Internets vorübergehend verstummte.

Ökologiebezug, Beschleunigungs- und Technikkritik machen sie aber im Kontext der Digitalisierung anschlussfähig für die Theoriedebatte. Diese sollte die Kommunikationswissenschaft nicht mit dem engen Verständnis einer berufsbezogenen Medienethik führen, sondern inter- und transdisziplinär mit Offenheit hin zu Philosophie, Soziologie, Politik- und Kulturwissenschaften sowie Anthropologie.

Inter- und transdisziplinäre Orientierungspunkte

Die aktuellen Skizzen sind angelehnt an die „Große Transformation“[2] (WBGU 2011) und nehmen Postwachstums-Konzepte mit auf (vgl. Krüger/Meyen 2018), was zu würdigen ist, denn Fragen nach Wachstumsparadigma und Suffizienz bleiben massenmedial randständig. Und dies, obwohl sie akademisch eine gewichtige Rolle spielen.[3] Die Skizzen gehen davon aus, dass sich ohne genügsamere regionale und naturnähere Lebensstile künftige keine Lebensqualität entfalten kann. Insofern geht es bei der Suche nach Narrativen der Transformation auch um die Redefinition des Freiheitsbegriffes angesichts eines Lebens in akzeptierten Unfreiheiten (Verschmutzungen von Luft, Wasser, Böden, Geschlechterdiskriminierungen u.v.m.). Für die Theoriebildung bieten sich Bezüge zu kritischen, sozial-ökologischen Gesellschaftstheorien an, die ein gelingendes Leben sowie ein lokales Miteinander betonen und das Mensch-Natur-Verhältnis als Bezugspunkt diskutieren. Relevante Ansätze wären etwa Sozialökologie (Becker/Hahn 2006) und Tiefenökologie (Loibl 2014). Ihr Befürworter Roy Kroevel, Journalistik-Professor in Oslo, spricht der Journalismusforschung grundlegend die Fähigkeit ab, die Degradierung der Natur verstehen zu können (vgl. Kroevel 2015). Als anschlussfähige Ansätze treten zudem die Philosophie der Gabe (vgl. Hénaff 2014), der Konvivialismus (vgl. Adloff & Heins 2015) und der erneuerte amerikanische Bioregionalismus (vgl. Odell 2021) auf die Agenda. Wall Kimmerer baute mit „Braiding Sweetgrass“ (2013) ein mächtiges Gefäß für den Brückenschlag zwischen indigenen und wissenschaftlichen Sichtweisen.

Die notwendige Sprachkritik

Hinzu tritt die Notwendigkeit einer klimabezogenen Sprachkritik. Einen ersten Ansatz für eine deutsche Redaktion formulierte der Autor für die „taz“. Im Unterschied zu redaktionellen Klimasprachdiskursen im angloamerikanischen Raum, die das Vokabular mit Wortverboten verengen und pragmatische Positionen eher ablehnen, ist die Ausdifferenzierung und Vervielfältigung des Klima-Wortschatzes das Ziel. Ebenso wird vorgeschlagen, den Begriff „Klimawandel“ als erlerntes sprachliches Eingangstor in die Debatte für ein Massenpublikum zu erhalten (vgl. Schäfer/Schöneberg 2020). Die allgemeine Bedeutung einer lebendigen, genauen, schönen und sinnlichen Sprache ist im journalistischen Diskurs um Zielgruppen, Formate, Medien, Strategien und Kanäle in den vergangenen zwanzig Jahren etwas untergegangen. Und dies, obwohl „Framing“ durchaus ein Thema war und bekannt ist, wie Sprache unbemerkt Welt formt. Im Ökologiekontext liegt das Feld brach. „Auch wenn wir über Umwelt und Natur sprechen und schreiben, klingt es oft ungenau, aufgebläht, sperrig und kalt – so, wie eben die Melange aus Wissenschafts- und Behördendeutsch, Techno-Jargon, Start-up-Geschwurbel und Unternehmens-Sprech ist, die wir uns angewöhnt haben. […] Eine lebensbejahende Transformation braucht und erzeugt eine Sprache, die auf Teilen, Teilhabe und Pflege ausgerichtet ist – und die uns befreit von technokratischen Sprachspielen, Kriegsmetaphern und kapitalistischer Verwertungslogik“ (Schäfer/Gantner 2020). Auf diesen Missstand kann die Journalistenausbildung mit Übungen antworten[4], die die allgemeine Sprachkreativität und -genauigkeit fördern oder das Mensch-Naturverhältnis im Lichte negativer Landschafts-Frames hinterfragen (z.B. „verwässern“, „versumpfen“ und „ausufern“).  Allgemeine Sprachkritik ist bis dato in den Arbeiten zum „transformativen Journalismus“ (vgl. auch Ronzheimer 2013) ebenso selten zu finden wie die Betrachtung der Nachhaltigkeit der Medienproduktion selbst.[5]

Die Rolle der Kommunikationswissenschaftler:innen

Wenig sichtbar ist überdies eine tiefere Rollendebatte zu Kommunikationswissenschaftler:innen als Promotor:innen einer sozial-ökologischen Wende im Sinne einer „transformativen Wissenschaft“ (Schneidewind/Singer-Brodowski 2014). Ein solcher Diskurs könnte Theorie-Praxis-Reflexe anstreben und Wissenschaftsformate verändern – weg von folgenlosen Fachtagungen und hin zu Sach- und Tattreffen, aus denen Transformationsschritte hervorgehen, wie auf der Konferenz zur Klimakommunikation „K3“ 2019 in Karlsruhe. Dort vereinbarten die Forschenden, keine Arbeitsflüge mehr unter 1000 Kilometern zu planen. Folgt man solchen Ansätzen und berücksichtigt, dass sich einige Redaktionen bereits ernsthaft auf den Transformationsweg gemacht haben – so ist das Magazin „GEO“ seit 2022 klimaneutral –, dann muss die Wissenschaft ebenso diesen Weg beschreiten. Das bedeutet nicht nur, rein auf Informationsweitergabe zielende, sich wiederholende Wissenskonferenzen, in denen keine Zeit für blühende, soziale Momente oder echte Netzwerkpflege bleibt, zu unterlassen oder online abzuhalten. Es kann auch nicht genug sein, CO2-Emissionen zu kompensieren und Recycling-Geschirr anzubieten. Jede Konferenz, auch im Kontext von Behörden und Firmen, muss sich fragen, welchen ökologischen oder sozialen Effekt sie in einer Zeit haben kann, in der nach vielem Denken das Handeln ansteht. Es darf keine Konferenzen geben, die nicht auch Aktionen zur Folge haben. Warum sollten nicht Forscher:innen nach der Wissensweitergabe gemeinsam Bäume pflanzen, Geflüchtete unterrichten, in einer Tafel assistieren oder ein Moor renaturieren? Hierbei entstünde mehr fruchtbare Interaktion als in den gehetzten Konferenzformaten unserer Tage, die immer unzeitgemäßer erscheinen. Eine Bereicherung wären Freiluft-Formate mit Elementen wie Camp, Wanderung, Lernlaufen, Kontemplation oder Meditation. Die eigene Arbeit draußen zu verrichten, bedeutet auch, die Inhalte der Arbeit – Klima, Ökologie, Natur, Nachhaltigkeit – anders, breiter, tiefer und wohl auch besser verstehen, greifen und begreifen zu können. Und damit Bruno Latours Paradigma von „down to earth“ (vgl. Latour 2020) näher zu kommen und Ganzheitlichkeit, die so oft eingeforderte Perspektive auf das sozial-ökologische Dilemma, final ernst zu nehmen und realistisch in Handlungen zu formen.

Eine epochale Zäsur

Häufig wird versucht, das wachsende Feld des Klimajournalismus mit seinen neuen Initiativen im bundesdeutschen (Schäfer/Lorenz 2020) sowie internationalen Kontext (vgl. Brüggemann et al. 2022) zu strukturieren. Den Rahmen bildet eine Gesellschaftsdebatte, in der Vordenker wie Latour (2020) mit einem „terrestrischen Manifest“ die neue Bedeutung des Raumes betonen und die Wiederverortung der Klimadebatte entscheidend vorantreiben. Diese wurde lange vor allem global und damit über die Köpfe der Menschen hinweg geführt – obwohl der Grad der diskursiven Verortung nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 mit den Gründungen der lokalen Agenda 21-Gruppen einmal ein anderer war. Dieser Missstand (erster Diskursbias) weist darauf hin, dass eine ökologische Rückschau, die das Verständnis der aktuellen Probleme erleichtern könnte, massenmedial zu wenig geschieht.

Weithin hat der Journalismus bislang die komplexen, systemischen Fragestellungen zu Nachhaltigkeit, Umwelt und Natur als klassische Einzelthemen, etwa auf der Ebene einer Rentenreform, betrachtet. Eine integrale Sichtweise, die aus der Ökologie eine allgegenwärtige Bezugsmatrix macht, steht aus. Die Folgen sind weitreichend, da viele „Umweltthemen“ in der Themenkonkurrenz untergehen. Entweder werden sie nicht auf die Agenda gesetzt oder so verkürzt, dass eine fatale Dekontextualisierung geschieht (vgl. Rögener 2015). So blendet die Wirtschaftsberichterstattung oft die Kosten der Klimaschäden aus, die in Deutschland jährlich mehr als 150 Milliarden Euro betragen (vgl. BMBU 2017).

Die neue Klima-Aufmerksamkeit bedingt Reformfenster. Gleichzeitig braucht sie Geschwisterschaft. Denn nur in einer erweiterten Perspektive, die das Artensterben im Sinne einer „Zwillingskrise“ gleichbedeutend aufnimmt, wird die Ökologie zu einem kohärenten Handlungskontext. Ihm müssen sich Verantwortungsberufe wie der Journalismus stetig stellen. Das Gebot geht aus der Sachlage überschrittener planetarer Grenzen (vgl. Rockström et al. 2009) hervor, die mit dem sechsten Artensterben der Erdgeschichte, der Klimakatastrophe und einer aus Landnahme und Wildtierhandel resultierenden Pandemie offenbar werden. Diese Krisen werden mit dem neuen Erdzeitalter, dem „Anthropozän“, verbunden, das eine epochale Zäsur markiert, die zu Tabubrüchen und Experimenten aufruft. Tiefgreifend wie nie ist der Reformbedarf für Theorie und Praxis in verschiedensten Berufen. Daher muss auch die Kommunikationswissenschaft eine philosophische Selbstbefragung einleiten – mit neuen Kursen, Konferenzen und anderen Aktionsformen. Im Kern steht eine tiefere Beschäftigung mit dem Mensch-Natur-Verhältnis, das neu justiert wird. Denn im Anthropozän fällt diese alte Grenze, die in indigenen Traditionen oder bisher randständigen, systemischen Erd-Theorien längst aufgehoben ist. Ein solcher Ansatz ist die Gaia-Theorie, die die Erde als lebendiges Lebewesen, einen großen Organismus begreift, und vom Chemiker James Lovelock (2021) erstmals vertreten wurde. Der Soziologe Bruno Latour hat sie reformuliert und erweitert, indem er Gaia als neue Perspektive und Herausforderung für Wissenschaft und Gesellschaft formuliert, die aber nicht traditionell als „Natur“ aufzufassen sei, sondern – gemäß der gefallenen Grenze zwischen Mensch und Natur – als ein anderer Weltzusammenhang, den es neu zu verstehen gilt (vgl. Latour 2017). Hier muss auch die Theorie- und damit Ethikformulierung in den Sozialwissenschaften beginnen. Ohne diese Bezüge fehlt Forschung und Lehre die aktuelle, holistische Grundierung für ihre Praktiken.

Das Gebot einer ökologischen Wendung der Theoriedebatte und Ethikformulierung geht auch aus einer ernsthaften Lesart des Konzepts der Nachhaltigen Entwicklung hervor. Sie benötigt planetare Grenzen als Handlungsrahmen und ein Erdprimat als Orientierungsraum für Gesellschaft, Wirtschaft und individuelle Bedürfnisse (vgl. das Donut-Modell von Raworth 2018). Dieses Verständnis steht dem veralteten „Dreieck der Nachhaltigkeit“ entgegen, das Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie gleichwertig nebeneinander stellt und diskursiv stets ausbalancieren will. Dies hat dem Nachhaltigkeitskonzept vielfach Unschärfe sowie Beliebigkeit eingebracht, seinen Ruf geschädigt und Greenwashing gefördert.

Nachhaltige Entwicklung steht als eine zivilisatorische Errungenschaft seit mehr als 300 Jahren in der Öffentlichkeit; sie wird zunehmend diskutiert und bringt neue Lebensstile und Milieus hervor. Zudem hat sie tiefen Eingang in regionale, nationale und globale Rechtsregime, Politikprogramme sowie Märkte und Unternehmen gefunden. Deshalb ist sie, vergleichbar mit dem demokratischen Werteraum, eine universelle Wertedimension geworden. Die Frage, ob man sich journalistisch für Umwelt- und Klimaschutz (Handlungsdimension) und Nachhaltige Entwicklung (Ethische Dimension) engagieren darf, stellt sich daher nicht. Denn beide Orientierungen entsprechen nun dem Berufsethos. Journalistische Grundregeln wie Unabhängigkeit, Offenheit und Unparteilichkeit stehen dem nicht gegenüber, wohl aber ein falsches Verständnis von Objektivität als Ausgewogenheitsziel in der Berichterstattung mit stetem Bezug auf extreme, marginale und dadurch erheblich aufgewertete Diskursminderheiten wie etwa Klimaleugner:innen (Boykoff/Boykoff 2004).

Natürliche Chancen durch nature writing

Der deutsche Klimadiskurs ist von technokratischen, ökonomischen und utilitaristischen Motiven geprägt. Für sozial-ökologische Publika, die an der „Großen Transformation“ oft auch lustvoll, aktivistisch oder künstlerisch arbeiten, hat er nicht immer viel zu bieten. Es fehlt der Debatte an Empathie, Sinnlichkeit, Hoffnung, Freude, Poesie und Fantasie sowie Kultur, Schönheit und Ästhetik. Diese Motive für ein gelingendes Leben können potenziell Lokalberichterstattung (räumlich) und konstruktiver Journalismus[6] (perspektivisch) ansprechen. Grundlegend suchen wir die Erfüllung solcher Motive in der Natur. In der rastlosen Interaktionsgesellschaft treten Naturbezüge sogar immer mehr hervor (vgl. Kirchhoff 2012); die Gesellschaft will wieder hinaus und etwas finden, auch sich selbst. An vielen Stellen wird ein Drang nach Wildnis, Heimat, Authentizität und Ursprünglichkeit, jedoch auch Gesundheit und Entschleunigung, sichtbar; Natur als Erfahrungsraum erhält eine neue Bedeutung. Zu nennen sind neben biologischen und regionalen Lebensmitteln Trends wie Wandern, Waldbaden, Waldkindergärten, städtisches Gärtnern, solidarische Landwirtschaft, Imkern, Kräuterwanderungen, Geocaching, Radsport, Survival-Kurse, Angeln und Jagen.

Journalismus muss den Bedarf nach Naturnähe im eigenen ökonomischen Interesse ernster nehmen – zugunsten einer Perspektive, die mit anderen Narrativen und Sprachformen einen sinnlicheren Zugang zur Natur als „Mitwelt“ aufbaut. Auf dem Büchermarkt boomen bereits Naturtitel. Es sind Werke, die auf Transformation setzen. Dazu finden sich auch Bücher, die eher Rückzug und Schönheit im Blick haben. Beide Stoßrichtungen – Widerstand und Veränderung, wie auch Ästhetik und Eskapismus – sind Formen eines wiederverorteten Naturbezugs, den manche Massenmedien bereits erkannt haben. Das zeigen der Überraschungserfolg der Landzeitschriften[7], Dokumentationen zur Wildnis deutscher Städte und Landschaften, Outdoor-Hefte wie „GEO Walden“ und „Wohllebens Welt“ oder thematische Kanäle zu Vögeln und Flüssen der „RiffReporter“, einem Verbund freier Journalist:innen.

Vieles spricht dafür, dass das Potenzial massenmedial noch nicht ausgeschöpft ist. Der Journalist und Philosoph Andreas Weber etwa sieht im Erfolgsgenre des nature writing eine ungenutzte Sphäre, um neue Publika zu erreichen und ein anderes Bewusstsein für ökologische Veränderungen zu schaffen (vgl. Schäfer 2020). Bisher wird das angloamerikanische Genre, in dem essayistische Reflexion, sachliche Beschreibungen und poetische Naturschilderungen zusammenkommen, hierzulande in der Literatur diskutiert. Dies hat auch mit dem Trennungsparadigma von Literatur und Journalismus zu tun. Dass dies überholt ist, hat Tobias Eberwein mit einer Arbeit zum Literarischen Journalismus gezeigt: „Vielmehr gehören literarisch inspirierte Strategien der Themenfindung und -bearbeitung in vielen Redaktionen zum gängigen Arbeitsprinzip – und werden von den Rezipienten offenbar in besonderem Maße geschätzt” (Eberwein 2013, S. 192).

Nature writing kann Literarischer Journalismus sein, der mit anderen Formaten und Stilistik die Klimafolgen und Landschaftsveränderungen für sozial-ökologische Publika zeitgemäßer beschreibt, als dies der klassische Informationsjournalismus vermag. Die Perspektive, die das Genre einnimmt, ist auch multimedial interessant im Hinblick auf audiovisuelle Darstellungsformen und spezifische Formate des visuellen Erzählens in Sozialen Medien. Nature writing ist eine Melange: Es kombiniert Wissenschaft mit Subjektivität sowie Fakten mit Erlebnis und steht damit in der Tradition der Naturreportage. Der Ansatz hat hohe Erfolgspotenziale, weil er bei dem ansetzt, was Menschen anzieht: belebte Natur, Tiere, Pflanzen, Wasser, Landschaften. Mit Edward O. Wilson (1984) lässt sich von der „Biophilie“ sprechen, der natürlichen Hinwendung zum Lebendigen. Vielen Autor:innen des Genres geht es zudem um eine Wiedervereinigung mit der Natur und ein Sich-Begreifen als Natur selbst.

Neue Landschaftsnarrative

Eine klimakontextuelle Lokalberichterstattung, die das technokratische Paradigma durchbricht, kann ungewöhnliche Fragen stellen: Wie fühlt sich ein Wald an, wie riecht vermodertes Holz? Was ist der visuelle Effekt eines Rheins, der kaum noch Wasser führt? Es ginge dabei stärker um ästhetische, sinnliche, gesundheitliche, psychologische und vielleicht auch spirituelle Narrative von Klimafolgen und Naturveränderung. Auf die Notwendigkeit einer nötigen Ausdifferenzierung und stärkeren Lokalisierung von Klimanarrativen wurde bereits hingewiesen (Schäfer 2020a).

Sich einer holistischen Sichtweise zu öffnen, fällt klassisch ausgebildeten Journalist:innen, Forscher:innen und anderen Kommunikator:innen häufig schwer. Dennoch gibt es Brücken für einen Zugang zu dieser Herangehensweise. In den Sozial- und Umweltwissenschaften wird verstärkt mit Traditional Ecological Knowledge (TEK) gearbeitet, um im breiteren Rahmen zu verstehen, wie Gemeinschaften mit einer langen Erfahrung in der Umweltanpassung dem Klimawandel begegnen (vgl. Hernández-Morcillo 2014). Innerhalb der UNESCO gibt es eine neue Task Force zu diesem Ansatz. Zugleich hat der Weltbiodiversitätsrat eine Arbeitsgruppe zu TEK eingerichtet, das jegliches, auch nicht-indigenes traditionelles Wissen vor Ort umfasst.

Eigene medienethnografischen Forschungen zu indigenen und traditionellen Klimanarrativen in Norwegen, Schweden und Finnland (2017-2021) lassen Ableitungen für klimabezogenen Journalismus hierzulande zu (vgl. Schäfer 2021). Dies geschieht mit der Erkenntnis, dass mit aufkommenden Klimafolgen in der Landschaft massive soziale, kulturelle und ökonomische Anpassungsleistungen vor Ort nötig sein werden (vgl. Paech 2019; Bendell 2018). Diese Anpassungsprozesse werden eigene Narrative hervorbringen. Ihre Verknüpfung mit traditionellen Wissensbeständen kann – ganz im Sinne der milieu- und wertebasierten Klimakommunikation (vgl. Marshall 2015) – zu neuen Erzählsträngen führen. Denkbar ist eine Verbindung von Klimanarrativen mit weltoffenen Heimatnarrativen. Etablierte Gruppen wie Landfrauen, Feuerwehr oder Kirchen mit dem „neuen“ Transformationswissen in Verbindung zu bringen kann ebenso fruchtbar für die Themenfindung sein wie eine konträre Konstellation: Altes Wissen (Medizin, Ernte, Garten, Bräuche) wird mit „neuen“, externen Akteur:innen (NGO, städtisches Milieu, ForscherInnen) verknüpft.

Ableitungen aus der Medienethnografie

Solche Akteur-Themen-Konstellationen brachten Feldforschungen des Autors in Nordskandinavien als einem Labor für Klimavulnerabilität immer wieder hervor. Zusammengenommen fielen in den Beobachtungen und Interviews mit verschiedenen Berufen[8] einige Topoi auf: 

  • Häufige Verortung durch Nennung von Ortsnamen, Landmarken und Entfernungen,
  • emotionale Landschaftsverbundenheit, verstanden als lebendiger „Ortssinn“ (z.B. Trauer bei früher Schneeschmelze, Freude über eine gute Ernte, Jagd),
  • lebendiger Gebrauch alter Traditionen in Kulinarik, Handwerk und Medizin,
  • offenes und langsames Zeitverständnis,
  • steter Wetterbezug und große Wetterabhängigkeit des Lebens,
  • hohe Zeitintensität der Wirtschafts- und Lebensweise,
  • zyklisches Denken und Muster von Kreislauf-Wirtschaftsweisen,
  • lokale Ernährung/Wirtschaft und Selbstversorgung,
  • Wiederverwertung, Reparatur, Speichern, Haltbarmachen, Pflege,
  • Diskurse über den Naturbegriff im Spannungsfeld zwischen „Wildnis“ (touristische Perspektive) und „Kulturlandschaft“ (indigene Sichtweise der Sami),
  • kollektives Denken vor individuellem Denken im Alltagshandeln (z.B. „fish and give“: Für wen fische ich heute im Familien- und Freundeskreis?)

Gerade der kollektive Ansatz ist in der hiesigen Berichterstattung, die oft dem neoliberalen, ich-gesellschaftlichen Paradigma von Selbst- statt Wir-Fürsorge folgt, eine Herausforderung. Gemeinwohlpflege und Erdheilung als Metanarrative neben den Kult der Selbstoptimierung zu platzieren, erscheint schwer. 

Insgesamt wurde in Skandinavien darüber hinaus deutlich, wie sehr die Klimakatastrophe lokale Problemfelder verstärkt. So entsteht eine Gemengelage zwischen ortsbezogenen, sichtbaren ökologischen und sozialen Einzelproblemen[9] und den ortsübergreifend wirkenden Klimafolgen. Ihnen wohnt neben einer geringeren Sichtbarkeit auch eine andere zeitliche Struktur inne. Vorstellbar ist die Konstellation als Hausstruktur: Die einzelnen Umweltprobleme existieren für sich und sind horizontal miteinander verbunden – so, wie sich in einer Mauer Stein an Stein reiht. Der Klimawandel wölbt sich als Dach über die „Problemsteine“ und wirkt mit seinem besonderen Gewicht ein. Er verstärkt sowie verschränkt den Problemdruck und produziert dabei gleichzeitig selbst Einzelprobleme, wie etwa schmelzende Gletscher. Insgesamt tritt der Klimawandel in der Feldforschung als komplexe Dimension mit einer spezifischen Informationsstruktur hervor, die verortete Probleme sogar verdecken kann. Denn teils wurde in den Gesprächen der Klimawandel als übermächtige Erklärung für Miseren dargestellt, die primär andere Ursprünge haben. Die Klage, dass die Klimadimension andere Umweltfragestellungen bisweilen überlagere, ist auch hierzulande immer häufiger zu hören. Diese Gefahr sollte in der Forschung und Berichterstattung eine größere Rolle spielen.

Auffällig ist ferner, dass der deutschen Klimadiskurs die Verbindung zu Landschaftszerstörung und Artensterben oft auslässt (zweiter Diskursbias). In Skandinavien ist dies, bedingt durch naturnähere Lebensstile, häufiger erwähnt. Für Deutschland ist davon auszugehen, dass sich durch Waldsterben, Dürre, Missernten, Überflutungen und neue Krankheiten die Perspektive verändern wird – und damit auch der Journalismus im Klimakontext: Er wird lokaler, differenzierter und naturbezogener sowie stärker verbunden mit den aktuell wirksamen Klimafolgen, die in der massenmedialen Öffentlichkeit weit weniger beachtet werden als Klimaschutz und künftige potenzielle Klimafolgen (dritter Diskursbias).

Perspektiven für verantwortungsvolles Erzählen

Eine dimensionale Sichtweise, die Nachhaltigkeit (ethisch) und die Zwillingskrise (praktisch) als allseitige Kontexte aufspannt, verändert die Perspektive hin zu einem kontextuellen Erzählen: Erzählt werden greifbarere Einzelthemen (etwa Energie, Mobilität, Landwirtschaft, Konsum usw.) mit thematisierungsfreundlichen, vorhandenen Orts-, Zeit- und Personalangeboten. Diese blühen im Vorgarten des Erzählens als leichtes Erntegut und tragen den Nachrichtenwerten stärker Rechnung. Sie in Verbindung mit dem Klima- und Artenkontext zu bringen, ist die „Kontext-Kunst“ des Erzählens – wohl dosiertes Hin- und Herpendeln zwischen den hellen, thematischen Einzelfenstern der Geschichte und ihrem Öffnen hin zu Klima-Kontext und Nachhaltigkeitsbezügen, die als sperrige, aber wertvolle Fracht im dunklen narrativen Hinterhof warten.

Medien können sich auf die Prozesse vorbereiten durch die Erprobung neuer Formate und Sprachen (z.B. nature writing) oder entsprechender Aus- und Weiterbildungsangebote. Hinzu kommen Möglichkeiten der Mitarbeit in thematischen Netzwerken und Rechercheverbünden. Auch medienübergreifende Kooperationen mit Behörden, Hochschulen, Firmen und Kultureinrichtungen oder Neugründungen sind denkbar, die die Zwillingskrise als gänzlich neue, transdisziplinäre landschafts- und sprachkulturelle Beobachtungssysteme anders begreifbar und verständlich machen. Vorstellbar sind auch Ausstellungen, multimediale Bildungsrouten, Messen und Camps im Freien sowie Schreibresidenzen für Schutzgebiete, die von verschiedenen Trägern finanziert werden.

Spezifische Ideen für einen regionalen Journalismus im Klimakontext müssen berücksichtigen, dass ohne generelle Strukturreformen vor Ort keine Verbesserungen in der Breite der Branche zu erwarten sind. Denn bei regionalen und lokalen Medien liegt das Hauptproblem in der extremen Knappheit von Schlüsselressourcen wie Geld, Personal und (Recherche)-Zeit. Deshalb ist es schwer, mehr Nachhaltigkeitsbewusstsein und Klimapraxis im journalistischen Mainstream zu verankern. So kommt eine ernsthafte Debatte über Journalismus und die Große Transformation nicht ohne die Frage nach alternativen Finanzierungswegen aus. Die öffentliche Medienförderung in skandinavischen Ländern konnte mit Erfolg kleine Redaktionen erhalten, gerade in der Provinz (Pupis 2010). Solche Ansätze könnten dabei helfen, die journalistische Qualität in der Region zu sichern und den Beruf in der Fläche klimasicher und zukunftsfest zu machen. Anstehende Reformen hin zur Gemeinnützigkeit von Journalismus könnten Wege in solche Richtungen erleichtern.


Fußnoten

[1] Nicht umsonst sprach der Medienethiker Alexander Filipovič davon, dass der Disziplin eine normative Leere innewohne (vgl. Schäfer 2016).

[2]Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen visiert eine weltweite Transformation zu einer klimaverträglichen Gesellschaft an.

[3] Wie etwa in Hartmut Rosas Analysen zur allseitigen Beschleunigung der Gesellschaft (vgl. u.a. Schiermer 2015).

[4] Entsprechende Formate werden an der Hochschule Darmstadt erprobt und für die mediale Weiterbildung vom Steinbeiszentrum für Sprachökologie getestet. Dabei fließen Erkenntnisse aus der Wildnispädagogik ein. Es geht etwa um sprachliche Schulungen bei Landschaftsrundgängen mit Aufgaben wie dem Suchen von Wasserverben an Wasserfällen oder der Schreibmeditation über ökologische Zeitverläufe vor einem alten Solitärbaum. Die Landschaft wird hier für das Verstehen ihrer Veränderung im Licht der Klimafolgen selbst zu einem inspirierenden Faktor.

[5] Mehr dazu in diesem Dossier: https://gruener-journalismus.de/startseite/gruene-medienproduktion/

[6] Er müsste konzeptionell stärker mit dem Erd- und Klimakontext verbunden werden (vgl. Krüger 2021).

[7] Die Journalismusforschung hat mit ökologischer Fragestellung bisher kaum auf dieses Magazinsegment geblickt. Eine erste Dissertation widmete sich nun diesem Feld (vgl. Schäfer/Lorenz 2021).

[8] Interviewt wurden indigene und nicht-indigene Journalist:innen sowie Forscher:innen, Fischer, Jäger und Expert:innen aus PR, NGO und Tourismus.

[9] Zu nennen sind als lokale Beeinträchtigungen der Bau großer Straßen, Eisenbahnrouten, Minen und Stauseen. Dazu kommen Abholzungen für Windparks, Straßen, touristische Wege sowie die Nutzung exklusiver Fischereireviere durch zahlende Sportangler. Ein anderes Problemfeld aus Sicht der Rentier-Samen sind große Raubtiere.

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